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[DE] "Beweisen lernen" - Errata

· 9 min read

Errata für Beweisen lernen (Springer Verlag 2020) von Junk und Treude. Ich hoffe, dass meine Notizen dem Autorenteam zur Überprüfung und ggf. Korrektur nützlich sind.

Zum Hintergrund dieses Blog-Posts gibt es weiter unten mehr Informationen.

Errata​

info

Stand 21.06.2023. Meine gesammelten Notizen habe ich komplett überführt. Das Kapitel "D Tipps zu den Übungen" wurde von mir nicht bearbeitet.

Lieber Google-Nutzer, das offizielle Errata findet sich unter https://www.math.uni-konstanz.de/mmath/de/book/material/errata (abgerufen 21.06.2023).

Vergleichslösungen​

SeiteFehlerstelleKorrekturvorschlagBemerkung
326 (ML261)0=distd(x,A)infDx,A0 = dist_d(x, A)inf D_{x,A}0=distd(x,A)=infDx,A0 = dist_d(x, A) = inf D_{x,A}
"a<infDx,A+ϵa < inf D_{x,A} + \epsilonu<infDx,A+ϵu < inf D_{x,A} + \epsilon
321 (ML240)und b∈Min(b)b \in Min(b) gegebenund b∈Min(B)b \in Min(B) gegeben
318 (ML230)Zu zeigen ist ∃D∈R:∀y,z∈A:d(x,y)≤D\exists D \in \R: \forall y,z \in A : d(x,y) \le DZu zeigen ist ∃D∈R:∀y,z∈A:d(y,z)≤D\exists D \in \R: \forall y,z \in A : d(y, z) \le DIn der ML wird weiter d(x,y)d(x,y) genutzt, obwohl sich der Allquantor auf y,zy,z bezieht. Das wäre im Weiteren zu überprüfen, da wir mit der Def. von Brd(x)B_r^d(x) auch d(x,y)<rd(x, y) < r verstehen.
316 (ML226)Wir definieren g:N≤N→R,g: \N_{\le N} \rarr \R,...Wir definieren g:N≤n→R,g: \N_{\le n} \rarr \R,...
315 (ML224)d2(r⋅u,s⋅)=d_2(r \cdot u, s \cdot) =...d2(r⋅u,s⋅u)=d_2(r \cdot u, s \cdot u) =...
312 (ML214)Ly={α−3β,3α+2β,0)/11+t⋅(0,2,1)∣t∈R}L_y = \{\alpha - 3\beta, 3\alpha + 2\beta, 0)/11 + t \cdot (0,2,1)\vert t \in \R\}Ly={3α+2β,α−3β,0)/11+t⋅(0,2,1)∣t∈R}L_y = \{3\alpha + 2\beta, \alpha - 3\beta, 0)/11 + t \cdot (0,2,1)\vert t \in \R\}u,vu, v vertauscht
308 (ML194, Ende)Da r∈[u]~r \in [u]_\text{\textasciitilde} auf u∈Xu \in X und u~xu \text{\textasciitilde} x...Da r∈[u]~r \in [u]_\text{\textasciitilde} auf u∈Xu \in X und u~ru \text{\textasciitilde} r...
302 (ML178 unten)p(f(b),z)∈Pf,n−1(X∖{a})p(f(b), z) \in P_{f, n-1}(X \setminus \{a\})p(f(b),z)∈Pf,n(X∖{a})p(f(b), z) \in P_{f, n}(X \setminus \{a\})
302 (ML178 mittig)[Wegen Aufgabe 153 gilt] ∃x∈U:Pf,n(X∖{x})\exists x \in U: P_{f, n}(X \setminus \{x\})∃x∈U:Pf,n(X∖{a})\exists x \in U: P_{f, n}(X \setminus \{a\})Die Menge, auf die Bezug genommen wird, ist hier X∖{a}X \setminus \{a\}
299 (ML172)zeigt Aufgabe 163zeigt Aufgabe 171
297 (ML168)sei dazu A∈Dα⋅f,n+1A \in D_{\alpha \cdot f, n + 1}sei dazu A∈Df,n+1A \in D_{f, n + 1}
295 (unten)z+f(b)∈Sn−1(X∖{a})z + f(b) \in S_{n-1}(X \setminus \{a\})z+f(b)∈Sn(X∖{a})z + f(b) \in S_{n}(X \setminus \{a\})
288, 289 (ML147)Es wird auf (3.16) Bezug genommen, aber ∀n∈N>1:n−1∈N\forall n \in \N_{>1}: n - 1 \in \N ist Axiom (3.18)
277 (ML106)für "  ⟸  \impliedby" müsste noch y∈Uy \in U gezeigt werden
272 (ML89)Es wird auf eine Symmetrie von ≤\le Bezug genommen, aber in dem Kontext ist ≤\le Antisymmetrisch (Satz 3.11 und Ü89)
269 (ML78)was auf den Widerspruch 0≥10 \ge 1 führtwas auf den Widerspruch 1≥21 \ge 2 führtx∈Nx \in \N, also x≠0x \ne 0. Im indirekten Beweis wird x≥x+1x \ge x + 1 mit x=0x=0 verwendet
258 (ML44)mit AA anstelle von AA und BB anstelle von BBmit AA anstelle von EE und BB anstelle von FF

Ideen: Metrische Räume​

SeiteFehlerstelleKorrekturvorschlagBemerkung
166 (Ü274)Br(A)B_r(A)Brd(A)B_r^d(A)
167Br(u)B_r(u)Brd(u)B_r^d(u)Mehrfachnennung auf dieser Seite, ohne auf die Metrik Bezug zu nehmen
156 (Ü248)s<supMs < sup Mu∈M:u<supMu \in M: u < sup Mss ist vorgegeben mit s∈OMs \in O_M, damit gilt ja bereits s≥supMs \ge sup M und damit auch s≥ms \ge m
154 (Ü240)Min(b)Min(b)Min(B)Min(B)
147 (Ü226)D:Xn×XnD: X^n \times X^n, ...D:Xn×Xn→RD: X^n \times X^n \rarr \R, ...

Ideen: Äquivalenzklassen​

SeiteFehlerstelleKorrekturvorschlagBemerkung
132 (unten)R([a⋅u]~)=R([a⋅u]~)R([a \cdot u]_\text{\textasciitilde}) = R([a \cdot u]_\text{\textasciitilde})R(a⊡[u]~)=R([a⋅u]~)R(a \boxdot [u]_\text{\textasciitilde}) = R([a \cdot u]_\text{\textasciitilde})

Training​

SeiteFehlerstelleKorrekturvorschlagBemerkung
94{t∈U3:((t1∈A)∧(t2∈B))∧(t3∈C)}\{t \in U^3: ((t_1 \in A) \land (t_2 \in B)) \land (t_3 \in C)\}{t∈U3:(t1∈A)∧(t2∈B)∧(t3∈C)}\{t \in U^3: (t_1 \in A) \land (t_2 \in B) \land (t_3 \in C)\}
83 (oben)führt zur Langform U={y∈Z:∃x∈Z:y=g(z)}U = \{y \in \Z: \exists x \in \Z : y = g(z)\}führt zur Langform U={y∈Z:∃x∈Z:y=g(x)}U = \{y \in \Z: \exists x \in \Z : y = g(x)\}in (3.10) wird für die Gleichung ebenfalls die falsche Variable genutzt
82 (Ü102)Zeige ∃a∈R:g[R≥0]=R≥a\exists a \in \R : g [R_{\ge 0}] = \R_{\ge a}.Zeige ∃a∈R:g[R≥0]=R≥a\exists a \in \R : g [\R_{\ge 0}] = \R_{\ge a}.

Rechtschreibung / Grammatik / Druckfehler​

SeiteFehlerstelleKorrekturvorschlag
325 (ML259)Insebsondere ist distd(x,A)=0dist_d(x,A) = 0Insebsondere Insbesondere ist distd(x,A)=0dist_d(x,A) = 0
295 (ML160)die Argumentation wurde ist dir eventuelldie Argumentation wurde ist dir eventuell
294zu zeigen ist P(A)∣=2∣A∣P(A)\mid = 2^{\mid A \mid}zu zeigen ist ∣P(A)∣=2∣A∣\mid P(A)\mid = 2^{\mid A \mid}
290ergibt m=∣n∣−∣A∣∈Nm = \mid n \mid - \mid A \mid \in \Nergibt m=n−∣A∣∈Nm = n - \mid A \mid \in \N
284 (ML132)und mit Aufgabe 132 ergibt sich schliesslichund mit Aufgabe 131 ergibt sich schliesslich
166 (unten)dass sie sich garnicht scheidendass sie sich garnicht scheiden schneiden
149In einer Kugel mit em RadiusIn einer Kugel mit em dem Radius
125 (unten)und mit Aufgabe 179 dannund mit Aufgabe 179 180 dann
120 (oben)Mit Teil (b) von Aufgabe 179 folgt hierausMit Teil (b) von Aufgabe 179 180 folgt hieraus
117Ausgangspizza in a2⋅b2a_2 \cdot b_2 Teile auftrittAusgangspizza in a1⋅b2a_1 \cdot b_2 Teile auftritt
104 (unten)in Für-Alle-Aussage über N0\N_0 zu verwandelnin Für-Alle-AussageAussagen über N0\N_0 zu verwandeln
102 (oben)auf ∅\emptyset gibt es nur ein einzige Funktionauf ∅\emptyset gibt es nur ein eine einzige Funktion
37 (unten)Dies folgt durch Anwendung von Satz 2.11 bei Ersetzung von AA durch EEDies folgt durch Anwendung von Satz 2.11 2.9 bei Ersetzung von AA durch EE
37 (unten, folgt der vorher erwähnten Fehlerstelle)Dies folgt durch Anwendung von Satz 2.9 bei ErsetzungDies folgt durch Anwendung von Satz 2.9 2.11 bei Ersetzung

Anmerkungen​

SeiteBemerkung
148 Definition 5.9vielleicht bietet es sich hier bereits an, in der Definition den Begriff "offene Kugel" zu verwenden
118 Definition 4.1Sei ~\text{\textasciitilde} eine Äquivalenzrelation auf einer nicht leeren Menge XX
91 Definition 3.24Informatiker würden sich hier über die Erwähnung "partielle Funktion" freuen

*ML = Musterlösung

*Ü = Übung

Hintergrund: Aufgabe 178 und das kleine Manöver, das kostete​

In der Lösung zu Aufgabe 178 aus Beweisen lernen - und der hierzu vorbereitenden Aufgabe 158 - bin ich bei der Nachbereitung des Lösungsvorschlages nicht zu dem gleichen Ergebnis gekommen - der Definitionsbereich einer Funktion wurde falsch angegeben. Den Versuch, die Falschaussage nachzuweisen, habe ich hier in diesem Post dokumentiert.

Weitere Notizen bzgl. eventueller Fehler hinsichtlich Logik- und Druck fasse ich in dem o.a. Errata zusammen.

Aufgabe 158​

Notation​

UU: Elementuniversum

En\Epsilon_n: Menge aller endlichen Mengen mit der Mächtigkeit nn

P(K)P(K): Potenzmenge von KK mit K⊂UK \subset U

Aufgabenstellung​

Es ist per Induktion zu beweisen, das

∀n∈N0:∀k∈(N0)≤n:∀X∈Dk:∣Sk(X)∣=1\forall n \in \N_0: \forall k \in (N_0)_{\le n}: \forall X \in D_k: | S_k(X)| = 1

Folgendes steht mit den Voraussetzungen zur Verfügung:

f:X↦Rf: X \mapsto R

Dn:={X∈En:X⊂Def(f)}D_n:=\{X \in \Epsilon_n : X \subset Def(f) \}

S0:D0→P(R), X↦{0}S_0: D_0 \to P(\R),\space X \mapsto \{0\}

Sn+1:Dn+1→P(R), X↦{f(x)+s ∣ (x,s)∈X×Sn(X∖{x})}S_{n+1}: D_{n+1} \to P(\R),\space X \mapsto \{f(x) + s \space | \space (x, s) \in X \times S_{n}(X \setminus \{x\})\}

Induktionsschritt​

Die Autoren wollen die Eindeutigkeit des Elementes x∈U:x∈Sn+1(X)x \in U: x \in S_{n+1}(X) über

∃!x∈U:x∈Sn+1(X)\exists! x \in U: x \in S_{n+1}(X)

zeigen. Hierzu muss die Existenz und die Eindeutigkeit des Elementes gezeigt werden, so dass wegen ∀u,v∈Sn+1(X):u=v\forall u,v \in S_{n+1}(X): u = v auch ∣Sn+1(X)∣=1|S_{n+1}(X)| = 1 folgt (u.a. wegen Aufgabe 99 und Aufgabe 153).

Argumentation​

Hierzu sei

u:=f(a)+s,v:=f(b)+tu:= f(a)+s, v:= f(b)+t

Die Autoren zeigen einige Schritte weiter, dass mit der Induktionsvoraussetzung für ss folgt:

Da f(a)+s∈Sn+1(X)f(a) + s \in S_{n+1}(X), ist s∈Sn(X∖{a})s \in S_n(X \setminus \{a\}).

Mit b∈X∖{a}b \in X \setminus \{a\} soll dann s=f(b)+zs = f(b) + z gezeigt werden, wobei wieder die Induktionsvoraussetzung angewendet wird und z∈Sn−1(X∖{a}∖{b})z \in S_{n-1}(X \setminus \{a\} \setminus \{b\}) gefunden wird.

Fehlerstelle​

In einem weiteren Schritt wird dann behauptet, dass f(b)+z∈Sn−1(X∖{a})f(b) + z \in S_{n-1}(X \setminus\{a\}) ist, und deswegen f(b)+z∈{s}f(b)+z \in \{s\} und folglich f(b)+z=sf(b) + z = s. Das scheint der Fehler zu sein, denn für ss wurde gezeigt: s∈Sn(X∖{a})s \in S_n(X \setminus \{a\}):

Wenn s∈Sn(X∖{a})s \in S_n(X \setminus \{a\}) und s∈Sn−1(X∖{a})s \in S_{n-1}(X \setminus\{a\}) gelten würde, dann würde für

f(c)+s∈Sn(X∖{a})f(c)+s \in S_n(X \setminus \{a\}) und f(b)+t∈Sn−1(X∖{a})f(b)+t \in S_{n-1}(X \setminus \{a\}) auch f(c)+s=f(b)+tf(c)+s = f(b)+t gelten (für c,b∈X∖{a}c, b \in X \setminus \{a\}).

Da s=f(b)+ts = f(b) + t wegen f(b)+t∈Sn−1(X∖{a})f(b) + t \in S_{n-1}(X \setminus \{a\}) und s∈Sn−1(X∖{a})s \in S_{n-1}(X \setminus\{a\}) folgt dann auch f(c)+s=sf(c) + s = s, was im Widerspruch zu f(c)+s=f(c)+sf(c) + s = f(c) + s steht und offensichtlich nicht ∀c∈X∖{a}\forall c \in X \setminus \{a\} gilt.